Baugeschichte Großlöbichau

Kirche Großlöbichau













Acht Kilometer östlich von Jena liegt das Dorf Großlöbichau.

Der Ortsname ist ursprünglich slawisch. Zu vermuten ist ein späteres Adelsgeschlecht
gleichen Namens. Groß- und Klein- als Unterscheidung von zwei Orten gleichen Namens
weisen in der Regel auf jeweils deutsche und slawische Besiedlung hin.

Großlöbichau wird in einer Urkunde vom 18. März 1001 erstmals als Liubicha genannt.
Die Urkunde berichtet, dass der in Palazzuola in Norditalien sich aufhaltende Kaiser Otto III.
seinem Lanzenträger, Grafen Dammo, der als Bruder des bekannten Bernward, Bischof von
Hildesheim, gilt, fünf Königshufen in Liubicha, welches im Territorium Kirchberg lag, schenkte.

Erwähnt wird der Ort weiterhin im Zusammenhang mit der dort ansässigen Adelsfamilie
1283 von Lubechowe, 1304 von Lubichowe, 1287 majus Lubichowe, 1337 Löbichowe
und 1409 Lobichow.

Das hohe Alter des Ortes lässt vermuten, dass Großlöbichau bereits in romanischer Zeit
ein Gotteshaus besaß, es wird in einer Urkunde vom März 1252 und in einer Papsturkunde
aus dem Jahr 1256 genannt.

Das ursprüngliche Kirchengebäude ist heute noch in der Gestalt des Langhauses überliefert.
Es ist schlicht ausgeführt und wird von einer flachen Holzdecke abgeschlossen.
An das Kirchenschiff schließt sich ein rundbogig ausgeführter Triumphbogen an, durch den
der Zugang zum Chor gestattet wird. Der Bogen lastet auf einfachen Kämpferplatten,
die auf hohen Gesimsen lagern. Die romanische Apsis des Chores wurde im 14. Jahrhundert
abgebrochen. An deren Stelle errichtete man 1347 einen einfachen lang gestreckten,
dreiseitig polygonal endenden gotischen Chor. In diesem lassen die Lanzettfenster
das Innere hell erleuchten, zwei größere Maßwerkfenster wurden in späterer Zeit hinzugefügt.

An der Nordwand des Chores ist ein polygonal hervortretender, spätgotischer
Sakramentsschrein eingelassen.


Der Chor steht im Süden in derselben Flucht mit dem Langhaus, im Norden hingegen tritt er
hinter diesem zurück. An der Nordwand des Schiffes befindet sich ein romanisches Portal
mit einer Inschrift in die innere Scheitelfläche eingemeißelt, die Plebanus, den Leutpriester,
Heinrich von Lucka, und die Jahreszahl 1347 benennt, womit vermutlich auf den Bau
des Kirchenschiffes Bezug genommen wird.

Weitere Umbaumaßnahmen sind ins Ende des 17. Jahrhunderts zu datieren, in dieser Zeit
erhielt auch die Südseite des Langhauses Spitzbogenfenster. Die Wände des Kirchenschiffes
werden durch jeweils eine Empore gegliedert, die im Norden ist zweigeschossig ausgeführt.

Im Jahr 1881 erfolgte eine Instandsetzung der Kirche und 1978 bis 1981 eine Renovierung des Innenraumes.


Ausstattung

Spätgotisches, dreiteiliges geschnitztes Altarretabel aus der Zeit um 1500, Maria geweiht
In der Predella – der Sockel des Altaraufsatzes – ist die Szene des Abendmahls dargestellt.
Am gedeckten Tisch, der fast die gesamte Breite des Reliefs ausfüllt, sitzt Christus in der Mitte,
neben ihm, an seiner Brust, ruht Johannes, der Lieblingsjünger. Sie werden zu beiden Seiten
von je zwei Jüngern flankiert. An den Stirnseiten des Tisches finden sich je drei weitere.
Judas mit dem Geldsack ist als der Verräter mit dem Rücken zum Betrachter dargestellt.
Der Altaraufsatz wird durch die Figur des Erzengels Michael bereichert.

Frühgotisches Kruzifix mit den Evangelistensymbolen auf den Kreuzenden

Glocken
mit der Bezeichnung 1727 von Johann Christoph Rose aus Apolda

Grabstein
an der Stelle des Kanzelaufganges mit Inschrift

Gedenktafel
mit Inschrift

Gemälde
– Öl auf Leinwand – auf dem Elenora im Totenkleid darstellt wird,
getragen von schwebenden Engeln